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Ziel der Arbeiten ist die Entwicklung des Dokumentationsystems MMSarchiv, das wichtige Assistenzfunktionen (u.a. Datenerfassung) für das Monumentalbauwerke-Archivsystem übernimmt. MMSarchiv unterstützt bei der Erschließung und Erfassung historischer Planunterlagen, beispielsweise jenen des Planfunds zur Nürnberger Großkirche St. Sebald. Zudem ermöglicht MMSarchiv die aktuelle Fortschreibung von Plänen, insbesondere im Zusammenhang mit Schadens- und Maßnahmenkartierungen.
MMSarchiv im MonArch-Projekt
Das MMSarchiv baut auf der Vorgängertechnologie des Mobile Mapping System (MMS), welche im Projektrahmen um wichtige, neue Möglichkeiten erweitert wird.
- Mehrsprachigkeit
- Das MMS wurde zuerst ausschließlich für deutschsprachige Anwender entwickelt. Die fehlende Funktionalität der Mehrsprachigkeit stellt aber einen Schlüsselfaktor bei der weiteren Verbreitung des MMS auch im nicht-deutschsprachigen Ausland dar. Im Projektrahmen bereits umgesetzt wurde deshalb die notwendige Infrastruktur für eine konsequente Unterstützung von Mehrsprachigkeit im gesamten Programm sowie eine Englische Sprachversion.
- Vereinfachte Glossarerstellung
- Um das MMSarchiv zu einem vollwertigen Assistenzsystem für die kartographische Dokumentation auszubauen, bedarf es eines logischen Glossars, das die Kartierungssystematik abbildet. Derzeit erfolgt die Modellierung anwenderspezifischer Glossare innerhalb des Quellcodes des MMS. Für den bisher exklusiven Nutzerkreis war die Implementierung der Glossare durch die Universität Bamberg durchaus erwünscht. Für einen größeren Nutzerkreis muss aber eine Glossarerstellung auch durch den Anwender selbst möglich sein. Deshalb ist eine ontologische Modellierung von Taxonomien und Partonomien vorgesehen, wie sie in einem Glossar vorkommen können.
- Automatisierte Analysefähigkeiten
- Von Anwendern wurde in den letzten Jahren immer wieder der Wunsch nach einer möglichen Weiterverarbeitung der kartierten Daten geäußert. So benötigen Architekten oft Maßzahlen für die Kostenabschätzung von Maßnahmen, die aus der betroffenen Fläche der Schadeskartierung berechnet werden müssen. Im MonArch-Projektrahmen wird entsprechende Analysefunktionalität umgesetzt.
- Datenexport
- Die Verwendung von AutoCAD® als Datenbasis hat nicht nur Vorteile: Zwar erleichtend die erweiterten Zeichenfunktion des Programms das Arbeiten mit den digitalen Karten sehr, das proprietäre Datenformat erschwert aber eine Weiterverarbeitung der Daten. Im Zuge der aktuellen Entwicklungsarbeiten wird ein Exportformat definiert, dass die Kartendaten auch außerhalb des MMS zugänglich machen soll.
- Langzeitarchivierung
- Gerade im Denkmalpflegebereich sind Dokumente auf Jahrzehnte hinaus relevant. Während die Bewahrung von klassischen, analogen Dokumenten über längere Zeiträume bereits ein größeres, aber lösbares Problem darstellt, stellt die Langzeitsicherung digitaler Dokumente eine ganz anders geartete Herausforderung dar. Problem ist hierbei weniger die physische Alterung des Dokuments, als die Problematik, das für die Speicherung verwendete Datenformat in der Zukunft wieder interpretieren zu können. Im MonArch-Projekt werden von der Nürnberger Projektgruppe unter anderem auch historische Pläne erschlossen. Die bei der Verwendung der Pläne erstellten Glossare müssen zuerst per Hand extrahiert werden, entsprechend aber dann in Form und Inhalt keinem der aktuellen Glossare. Für eine Nutzbarmachung ist es also zwingend notwendig hier
Formatkonversion
durchzuführen, d.h. das alte Glossarformat auf das aktuelle abzubilden. Im Projektrahmen werden entsprechende Verfahren entwickelt, die bei dieser Abbildung unterstützen.

Die Arbeiten am MMS werden am Labor für semantische Informationsverarbeitung (Lehrstuhl für Angewandte Informatik in den Kultur-, Geschichts- und Geowissenschaften) an der Universität Bamberg durchgeführt. Fachliche Unterstützung geben dabei die beteiligten Fachberater.
Ansprechpartner: 
Peter Wullinger, M.Sc.
peter.wullinger@uni-bamberg.de
Lehrstuhl für Angewandte Informatik
in den Kultur-, Geschichts-, und Geowissenschaften
Otto-Friedrich Universität Bamberg
Feldkirchenstr. 21 / Raum F129
96052 Bamberg